HINTER JEDEM WEIN LIEGT EIN ORT.
Brasilien: vom kühlen Hochland bis zu Reben am Tropenfluss
Brasiliens Weinberge reichen vom kühleren südlichen Hochland bis ins heiße São-Francisco-Tal. Das ergibt sehr verschiedene Weine: Schaumwein, saftigen Merlot und würzigen Syrah.
Auch der Zeitpunkt zählt. Im Nordosten steuern Wasser und Schnitt den Rhythmus; im Südosten verschiebt eine doppelte Beschneidung die Lese in den trockeneren Winter.
Serra Gaúcha: Merlot und Schaumwein in den Hügeln
Im Vale dos Vinhedos liegen die Weinberge in einer hügeligen Landschaft im Süden Brasiliens. Das gemäßigte, feuchte Klima verlangt aufmerksame Arbeit im Weinberg: Regen, Belüftung und der richtige Lesezeitpunkt gehören hier unmittelbar zum Weinstil. Merlot ist die prägende rote Sorte, Chardonnay spielt bei Weiß- und Schaumweinen eine wichtige Rolle.
Im benachbarten Altos de Pinto Bandeira stehen traditionelle Flaschengärung und die Sorten Chardonnay, Pinot Noir und Riesling Italico im Mittelpunkt. Die höher gelegenen Weinberge geben dieser Schaumweinlandschaft ihre eigene Ausgangslage. Frische und Reife werden dabei im Weinberg ausbalanciert; die zweite Gärung und die anschließende Lagerung formen den Wein weiter.
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Campanha Gaúcha und Serra do Sudeste: Platz für kräftige Rotweine
Die Campanha an Uruguay und Argentinien ist wärmer und trockener als die Serra Gaúcha. Cabernet Sauvignon, Merlot und Tannat finden Bedingungen für gute Reife; Körper und Gerbstoff prägen viele Rotweine.
Die Serra do Sudeste ergänzt das Bild mit eigenem Hügelland und vielfach granitischem Untergrund. Höhe, Regen und Parzelle verändern die Reife auch innerhalb des Südens.
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Santa Catarina: Wein mit Höhenluft
Um São Joaquim liegen Weinberge hoch im Bergland. Kühlere Nächte und ein langer Entwicklungszyklus verzögern die Reife. Ob die Sorte rechtzeitig ausgewogen reif wird, ist eine wichtige Frage.
Neben internationalen Reben stehen Manzoni Bianco und Rebo. Epagri-Versuche zeigten geeignete Reifewerte für die Weinbereitung. Die Höhe eröffnet damit andere Möglichkeiten als wärmere Gebiete.
Rebo
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Vale do São Francisco: ein anderer Jahresrhythmus
Zwischen Pernambuco und Bahia wachsen Reben in einer heißen, halbtrockenen Landschaft. Bewässerung und geplanter Rebschnitt ermöglichen einen Anbaurhythmus, der sich vom europäischen Weinbergsjahr deutlich unterscheidet. Je nach Betrieb und Bewirtschaftung kann mehr als ein Produktionszyklus im Jahr möglich sein.
Chenin Blanc gehört hier zu den interessanten weißen Sorten, Syrah zu den roten. Forschung vor Ort untersucht, wie Lesezeit und Reifegrad die späteren Weine verändern. Gerade deshalb lohnt es sich, die Region neugierig und genau zu betrachten: Tropischer Weinbau ist kein gleichförmiger Stil, sondern ein Zusammenspiel von Sorte, Wasser und Zeitpunkt.
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Minas Gerais und São Paulo: wenn der Winter zur Lesezeit wird
Im Südosten Brasiliens kann Regen zur üblichen sommerlichen Reifezeit ein Problem sein. Die von Epamig entwickelte doppelte Beschneidung verschiebt den Produktionszyklus so, dass die Trauben im trockeneren Winter gelesen werden. Damit ändern sich die Bedingungen während der Reife ganz konkret.
Besonders Syrah hat diesen sogenannten Winterweinen ein Gesicht gegeben. Daneben werden unter anderem Merlot und Cabernet Sauvignon untersucht und angebaut. Es ist eine junge Weinlandschaft mit einem einprägsamen Gedanken: Nicht nur der Ort, auch ein bewusst veränderter Jahresrhythmus kann darüber entscheiden, wie eine Traube reift.
Zum Nachlesen: epamig.br, epamig.br, agenciaminas.mg.gov.br
Zum Einstieg nachgelesen: infoteca.cnptia.embrapa.br, epamig.br
Reben voller Charakter
Entdecke die Rebsorten hinter den Landschaften und finde die passenden Weine für deinen Abend.
