REBEN VOLLER CHARAKTER

Chardonnay. Von frisch bis voller Schmelz.

Zum Fisch darf er klar und frisch sein, zum Ofengericht etwas runder. Chardonnay kann beides. Wo er wächst und wie er ausgebaut wird, gibt seinem Geschmack die Richtung.

Ein Dorfname, der um die Welt ging.

Im Haut-Mâconnais liegt das Dorf Chardonnay. Der burgundische Weinverband führt den Namen der Rebsorte auf diesen Ort zurück. Dort wird noch heute Wein angebaut. Wer eine Flasche Mâcon-Chardonnay findet, liest also nicht nur eine vertraute Traube auf dem Etikett, sondern auch den Namen eines konkreten Ortes.[2]

Burgund hat den Chardonnay berühmt gemacht. Heute ist Chardonnay weltweit verbreitet, passt sich unterschiedlichen Standorten an und zeigt viele Gesichter. In Deutschland wurde Chardonnay 1991 zugelassen. Manche Weinberge sind älter: Einige Betriebe hatten vorher Pflanzgut aus Frankreich bezogen.[2][1]

Bei ihrem frühesten Ursprung unterscheiden sich selbst Fachquellen: Das Deutsche Weininstitut verweist auf Vorderasien, der burgundische Weinverband auf Burgund. Ihre jahrhundertelange Verbindung mit Burgund ist dagegen unstrittig.[1][2]

In der österreichischen Steiermark begegnet dir Chardonnay außerdem unter dem Namen Morillon. Dahinter steckt keine zusätzliche Rebsorte. Lange wurde sogar zwischen Chardonnay und Weißburgunder nicht sauber unterschieden; die österreichischen Statistiken führten beide früher gemeinsam. Heute lohnt sich der genaue Blick aufs Etikett – und danach ins Glas.[3]

Derselbe Name, ganz andere Weine.

Chablis zeigt oft die straffe, frische Seite des Chardonnay, mit Aromen, die an Zitrus und grünen Apfel erinnern können. An der Côte de Beaune sind auch großzügigere, geschmeidige Weine zu Hause, mit hellen Früchten, blumigen Tönen und je nach Ausbau Anklängen an Holz. Weiter südlich, im Mâconnais, können Frucht und weicherer Schmelz in den Vordergrund rücken. Das sind typische Richtungen; Jahrgang und Betrieb setzen ihre eigenen Akzente.[2]

Der Keller hat ein Wörtchen mitzureden.

Ein fruchtbetonter Chardonnay aus dem Stahltank wirkt anders als ein Wein, der im kleinen Eichenfass gereift ist. Holz kann zusätzliche Aromen beitragen. Auch der biologische Säureabbau, den viele Winzer bei kräftigeren Chardonnay-Stilen einsetzen, gehört zu den Entscheidungen über den späteren Charakter. Deshalb wäre es schade, die Sorte auf „buttrig“ oder „schwer“ festzulegen.[1][3]

In Deutschland wächst Chardonnay unter anderem in Rheinhessen, der Pfalz und Baden. Warme Lagen und tiefgründige, kalkhaltige Böden kommen ihm entgegen. Probiere zwei Herkünfte nebeneinander: So lässt sich sein Spielraum besonders schön entdecken.[1]

Und manchmal trägt er Perlen.

Chardonnay gehört zu den wichtigsten Trauben der Champagne. Besonders eng ist er mit der Côte des Blancs verbunden und kann dort feine Zitrus- und Blütenaromen beitragen. Ein Blanc de Blancs wird ausschließlich aus weißen Trauben gemacht, meist Chardonnay; grundsätzlich können aber auch andere zugelassene weiße Sorten beteiligt sein.[4][5]

Was dazu auf den Tisch darf.

Zu einer jungen, leichteren Flasche passen Fisch und Meeresfrüchte. Für Gebratenes oder herzhaften Käse darf er kräftiger sein und Holzwürze mitbringen.[1]

ZEIT FÜR EINEN GUTEN SCHLUCK

Dein Abend mit Chardonnay.

Von frischer Frucht bis zum runden, im Holz gereiften Wein: Hier stehen Angebote, bei denen Chardonnay oder sein steirischer Name Morillon als Rebsorte belegt ist. Auch Cuvées können dazugehören.

Dein Geschmack. Dein Wein.

Grenze die Auswahl ein. Die Rebsorte bleibt fest vorgegeben.