HINTER JEDEM WEIN LIEGT EIN ORT.

Argentinien – große Höhen, viel Licht und mehr als Malbec

Malbec und ein Abend am Tisch: Argentinien macht den Einstieg leicht. Seine dunkelfruchtigen Rotweine haben viele Freunde gefunden. Doch hinter dem vertrauten Namen liegt eine Weinlandschaft mit großen Höhenunterschieden, trockenen Tälern und erstaunlich frischen Weißweinen.

Die Anden halten feuchte Pazifikluft ab, Schmelzwasser versorgt vielerorts die Reben. Höher gelegene Weinberge sind im Mittel kühler und reifen langsamer. Deshalb können Sonne und kräftige Frucht hier mit lebhafter Säure zusammenfinden.

Mendoza und Luján de Cuyo

Am Fuß der Anden liegt das Herz des argentinischen Weinbaus. Mendoza besitzt keine einzige Klimaschublade: Höhenlage, Entfernung zum Gebirge und Bodenaufbau ändern sich von Tal zu Tal. Bewässerung mit Schmelzwasser macht Weinbau in dieser trockenen Landschaft vielerorts erst möglich.

Malbec prägt das Bild, daneben stehen Cabernet Sauvignon, Bonarda und traditionelle Criolla-Sorten. In Luján de Cuyo und Maipú lässt sich die klassische Seite Mendozas entdecken; höher gelegene Plätze setzen frischere Akzente. Dunkle Frucht und angenehme Rundung sind ein guter Einstieg, aber kein verbindlicher Stil für jede Flasche.

Zum Nachlesen: winesofargentina.org, api.winesofargentina.org

Valle de Uco

Im Valle de Uco rücken die Weinberge hoch an die Anden heran. Die geringeren Durchschnittstemperaturen verzögern die Reife, während intensives Licht die Trauben begleitet. Das ist eine wichtige Grundlage für Weine, die Konzentration und Frische zusammenbringen.

Malbec bleibt zentral, doch auch Cabernet Franc, Chardonnay und Pinot Noir lohnen Aufmerksamkeit. Die Standorte Gualtallary, Los Chacayes oder Paraje Altamira unterscheiden sich in Höhe, Gefälle und Boden. Kalkhaltige Ablagerungen sind dabei ein Standortmerkmal; sie machen den Wein nicht automatisch nach Kreide schmeckend.

Zum Nachlesen: api.winesofargentina.org, blog.winesofargentina.com

San Juan

San Juan ist warm, trocken und sehr sonnig. Die Weinberge verteilen sich auf mehrere Täler, darunter Tulum, Pedernal und Calingasta. Höhere Lagen bilden innerhalb der warmen Provinz eigene, kühlere Möglichkeiten.

Syrah ist eng mit San Juan verbunden; Malbec, Bonarda und Cabernet Sauvignon ergänzen die Rotweine. Wer würzige, reife Frucht mag, findet hier einen guten Ausgangspunkt. Aus höheren Tälern kommen auch lebhaftere Interpretationen – der Provinzname allein sagt über Fülle und Alkohol noch nicht alles.

Zum Nachlesen: winesofargentina.org, blog.winesofargentina.com

Salta und die Calchaquí-Täler

Weit im Norden liegen Weinberge zwischen trockenen Bergen und hellen Talböden. Viel Sonne trifft in den Hochlagen auf große Unterschiede zwischen Tag und Nacht. Die Abkühlung hilft, eine langsamere Reife und die Frische der Trauben zu bewahren.

Cafayate und die weiteren Calchaquí-Täler sind besonders mit Torrontés verbunden. Der Weißwein duftet oft blumig und intensiv, kann am Gaumen trotzdem trocken sein. Malbec, Cabernet Sauvignon und Tannat zeigen die kräftigere rote Seite. Der Duft eines Torrontés verrät deshalb wenig über seinen Restzucker – ein schöner kleiner Überraschungsmoment beim ersten Schluck.

Torrontés Riojano

Malbec

Cabernet Sauvignon

Tannat

Zum Nachlesen: argentina.travel, api.winesofargentina.org, api.winesofargentina.org

La Rioja

Die argentinische Provinz La Rioja hat mit dem spanischen Herkunftsnamen keine gemeinsame Weinregion. Rund um Chilecito prägen trockene Bergtäler den Weinbau. Hier ist Torrontés Riojano ein wichtiger Teil der regionalen Identität.

Die Sorte bringt auffälligen Blütenduft und fruchtige Aromen mit. Daneben wachsen unter anderem Malbec, Syrah und Bonarda. Ein Torrontés aus La Rioja ist deshalb eine gute Ergänzung zu einer Flasche aus Salta: gleiche Sorte, andere Berglandschaft und eine eigene Weintradition.

Torrontés Riojano

Malbec

Syrah / Shiraz

Bonarda

Zum Nachlesen: blog.winesofargentina.com, argentina.gob.ar

Patagonien: Río Negro und Neuquén

Patagoniens Weinberge liegen nicht einfach unter Schnee. In den Flusstälern gibt es sonnige, trockene Sommer, zugleich wirken südliche Lage, Wind und kühle Nächte. Der Standort entscheidet, wie sich Wärme und Kühle in der Reife ausgleichen.

Río Negro und Neuquén sind die bekannten Ausgangspunkte. Pinot Noir spielt eine wichtige Rolle, daneben wachsen Malbec, Merlot und Chardonnay. Wind kann die Trauben nach Feuchtigkeit rascher abtrocknen, fordert aber Schutz und passende Erziehung im Weinberg. So entstehen fruchtige Weine mit unterschiedlicher Dichte – südlich muss keineswegs mager bedeuten.

Zum Nachlesen: api.winesofargentina.org, neuqueninforma.gob.ar, api.winesofargentina.org

Zum Einstieg nachgelesen: winesofargentina.org, argentina.gob.ar

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