HINTER JEDEM WEIN LIEGT EIN ORT.
Uruguay: Tannat, Atlantikluft und weiße Überraschungen
Uruguay hat mit Tannat eine unverwechselbare rote Visitenkarte. Doch neben dunkler Frucht und Gerbstoff gibt es hier auch duftige Weißweine, frischen Albariño und sehr verschiedene Landschaften. Der Atlantik und der Río de la Plata mäßigen in vielen Gebieten die Sommerwärme.
Statt großer Höhenunterschiede zählen oft die feineren Veränderungen: näher am Meer, weiter im Binnenland, ein windiger Hügel oder ein gut entwässerter Boden. Gerade diese Unterschiede machen es reizvoll, Uruguay Glas für Glas zu entdecken.
Canelones, Montevideo und San José: das südliche Herz
Montevideo und Canelones bilden ein Zentrum des Weinbaus. Der Río de la Plata mildert die Temperaturen; in der sanft gewellten Landschaft verlangen wasserhaltende Böden aufmerksame Wachstumssteuerung.
Tannat prägt die rote Auswahl, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Viognier die weiße. Kraft oder Leichtigkeit hängen auch vom Ausbau ab.
Zum Nachlesen: uruguay.wine, uruguay.wine
Maldonado und Rocha: der Atlantik bremst die Reife
Im Südosten ist der Einfluss des Atlantiks besonders deutlich. Kühlere Meeresluft und die örtlichen Höhenunterschiede können die Reife verlangsamen. Forschungen in den Weinbergen von Garzón zeigen, wie stark bereits Entfernung zum Meer, Wind und Gelände die Temperatur im Weinberg verändern.
Albariño hat hier eine spannende zweite Heimat gefunden. Seine frische Säure und Frucht passen zum maritimen Umfeld; auch Tannat wird angebaut. Bei Cerro del Toro stehen Albariño-Reben etwa an den Hängen nahe Piriápolis. Ein guter Ort, um Uruguays weiße Seite kennenzulernen.
Zum Nachlesen: oeno-one.eu, cerrodeltoro.uy, bodegagarzon.com
Colonia und Carmelo: Wasser und späte Sorten
Im Südwesten begegnen sich die Einflüsse der großen Flüsse Uruguay und Paraná am Río de la Plata. Um Carmelo und San Juan stehen Reben auf unterschiedlichen, teils steinigen Böden. Das milde Umfeld kann auch später reifenden Sorten wie Cabernet Sauvignon entgegenkommen.
Die Region lädt dazu ein, Tannat und Cabernet nebeneinander zu probieren: vertraute rote Rebsorten, die hier unter anderen Bedingungen reifen als an der Atlantikküste.
Zum Nachlesen: inavi.com.uy
Rivera und Cerro Chapeu: rote Sandböden im Norden
Nahe der brasilianischen Grenze verändert sich das Bild. Cerro Chapeu liegt im kontinentaler geprägten Norden; tiefe, rötliche Sandböden und Hanglagen lassen Wasser gut ablaufen. Diese Eigenschaften spielten bereits bei der Standortsuche des dortigen Weinbauprojekts in den 1970er-Jahren eine Rolle.
Tannat steht neben Cabernet Sauvignon, Arinarnoa, Sauvignon Blanc, Pinot Noir und Chardonnay. Die Entdeckung lohnt gerade deshalb, weil sich hier eine andere Seite Uruguays zeigt als an der offenen Atlantikküste.
Zum Nachlesen: cerrochapeu.com, cerrochapeu.com
Salto, Paysandú und das Zentrum: wärmere Landschaften
Entlang des Río Uruguay liegen wärmere Weinbaugebiete um Salto und Paysandú. Tannat, Cabernet Sauvignon und Syrah gehören dort zum Sortenbild. Flussnähe und die unterschiedliche Wasserdurchlässigkeit der Böden gehören zu den lokalen Bedingungen.
Weiter im Zentrum, etwa in Durazno, können viel Sonne und Wärme die Reife beschleunigen. Eine frühere Lese kann helfen, den späteren Herbstregen zu umgehen. So ergänzt das Binnenland die kühlere, langsamere Reife an der Atlantikküste.
Zum Nachlesen: inavi.com.uy
Zum Einstieg nachgelesen: uruguay.wine
Reben voller Charakter
Entdecke die Rebsorten hinter den Landschaften und finde die passenden Weine für deinen Abend.
