REBEN VOLLER CHARAKTER

Sciaccarello. Korsikas feine rote Seite.

Erdbeerfrucht, später würzige Töne und eine eher helle Farbe: Sciaccarello verbindet korsische Weintradition mit einer genetischen Spur in die Toskana.

Zwei Namen, eine Rebe

Auf Korsika gehört Sciaccarello zur traditionellen Weinlandschaft. Ampelografische und genetische Untersuchungen in Montpellier haben sie als dieselbe Sorte identifiziert, die in der Toskana Mammolo heißt. Sciaccarellu ist eine weitere anerkannte Schreibweise. Wann genau die Rebe auf welchem Weg nach Korsika kam, ist damit allerdings noch nicht erzählt.[1]

Sonne braucht ein gutes Maß

Die Sorte eignet sich für warme südliche Gebiete und eher trockene Standorte. Ihre großen Beeren und sehr großen Trauben können viel Zucker entwickeln und dabei eine ordentliche Säure erhalten. Für gute Rotweine empfiehlt Plantgrape begrenzte Erträge. Überreife Beeren beginnen rasch einzuschrumpfen; der Lesezeitpunkt verlangt also Aufmerksamkeit.[1]

Fein gezeichnet statt tiefdunkel

Sciaccarello liefert vergleichsweise wenig Farbe. Typisch sind feine, ausgewogene Weine mit Erdbeertönen, zu denen später würzige Aromen kommen können. Die Sorte eignet sich auch für Rosé und als Partner in Cuvées. Ein hellerer Rotton im Glas ist hier kein Grund, wenig Ausdruck zu erwarten.[1]

Ein Platz am gedeckten Tisch

Wir würden dazu Kräuterhähnchen oder gebratene Zucchini mit etwas Schafskäse probieren. Ein Rosé derselben Sorte wäre ein schöner zweiter Versuch. Entscheide nach der konkreten Flasche, wie kräftig das Essen sein darf, und gib der Frucht im Glas etwas Raum.

Zum Nachlesen

INRAE / IFV / Institut Agro Montpellier – Plantgrape: Sciaccarello

Recherchiert im Oktober 2026 · Wein, Sekt & Champagner

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