REBEN VOLLER CHARAKTER

Rieslaner. Reife Frucht mit lebendiger Säure.

Eine fränkische Spezialität für geduldige Weinberge und neugierige Genießer: Rieslaner kann aromatisch, gehaltvoll und ausgesprochen frisch zugleich sein.

Fast hätte er Mainriesling geheißen.

August Ziegler kreuzte die Sorte 1921 in Würzburg aus Silvaner und Riesling. Die erste Bezeichnung Mainriesling wurde wegen möglicher Verwechslungen nicht anerkannt. Rieslaner setzt nun Teile der beiden Elternnamen zusammen. Ein kleiner Wechsel auf dem Namensschild, hinter dem eine eigenständige Rebe steckt.[1]

Gute Lagen sind mehr als ein schöner Hintergrund.

Rieslaner reift spät und kann viel Säure behalten. Die Bayerische Landesanstalt nennt deshalb gute, windgeschützte Lagen als wichtig; bindige Muschelkalkböden passen gut. Fehlt ausreichende Reife, können grasige und spitze Säuretöne auftreten. Seine ausdrucksvollen Weine entstehen also nicht einfach durch Warten bis zu einem beliebigen späten Lesetag.[1]

Eine Spezialität, die Zeit bekommen darf.

Bei guter Reife können die Weine gehaltvoll, aromatisch und langlebig sein. Besonders süße Spitzenweine verbinden feine Frucht mit belebender Säure. Die Landesanstalt empfiehlt sie auch als Aperitif. Ein kleines Glas zu Beginn eines besonderen Essens ist deshalb eine schöne Möglichkeit, diese seltenere Traube kennenzulernen.[1]

Die Frische ist dabei ein wichtiger Teil des Vergnügens. Süße wirkt anders, wenn ihr eine lebendige Säure gegenübersteht. Wer Riesling gern auch mit etwas Restsüße trinkt, hat mit einem gut gereiften Rieslaner deshalb einen reizvollen Vergleich vor sich.[1]

Zum Nachlesen

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: Rieslaner

Recherchiert im Oktober 2026 · Wein, Sekt & Champagner

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