REBEN VOLLER CHARAKTER

Marzemino. Der Wein, den selbst eine Oper kennt.

Veilchen, dunkle Frucht und ein leicht herber Ausklang: Marzemino besitzt einen eigenen Ton. Im Trentino ist die Rebe fest verwurzelt, und in Mozarts Don Giovanni bekam sie einen berühmten Auftritt.

Ein Name auf der Opernbühne

In Mozarts Don Giovanni wird Marzemino beim Namen gerufen. Diese kleine Spur darf man ruhig mit ins Glas nehmen: Wein gehörte schon damals zu einer Szene, in der es um Genuss ging. Der Trentiner Verband verbindet die Sorte besonders mit der Vallagarina, etwa mit Isera, Nomi und Volano. Über ihre frühe Herkunft gibt es verschiedene Vermutungen. Eine lückenlose Reise aus dem Osten bis in diese Weinberge lässt sich daraus nicht sicher erzählen.[1]

Nicht nur Sonne, auch Luft

Die Rebe wächst kräftig. Rauscedo empfiehlt eher lehmige Böden und trockene, gut belüftete Standorte; sehr kalkreiche oder stark kiesige Böden gelten dort als weniger passend. Bei ungünstigen Bedingungen können Mehltau und Sauerfäule Probleme machen. Das erklärt, warum Marzemino nicht einfach an jedem warmen Platz dasselbe Ergebnis liefert. Ein Weinberg muss auch damit zurechtkommen, wie die Trauben hängen, wie schnell sie trocknen und wann sie gesund reif werden.[2]

Veilchen und eine kleine herbe Kante

Das technische Sortenblatt beschreibt tief rubinrote, fruchtige Weine mit Veilchenduft, Körper und Gerbstoff sowie einem leicht bitteren Schluss. Längere Maischezeiten können Weine für mehr Reife ergeben. Der Name Marzemino allein sagt deshalb noch nicht, wie weich eine Flasche heute sein wird. Wer den Duft kennenlernen möchte, lässt dem Glas einen Moment; wer den Wein zum Essen wählt, darf seine Struktur mitdenken.[2]

Eine Landschaft schmeckt nicht überall gleich

In Isera beschreibt das Weingut Tonini seine Weinberge auf Böden vulkanischen Ursprungs. Solche konkreten Angaben sind nützlicher als die Vorstellung, jeder Marzemino müsse automatisch gleich schmecken. Sie gehören zu einem bestimmten Betrieb und Standort, nicht zu jeder Flasche dieser Sorte.[3]

Polenta passt gut in diese Geschichte

Der Trentiner Verband nennt Polenta mit Pilzen und Schweinebraten als Begleiter. Uns gefällt daran die bodenständige Richtung: ein warmes Essen, eine gute Flasche und genug Zeit, auch die leiseren Duftnoten zu entdecken. Für einen ersten Versuch braucht es kein aufwendiges Menü.[1]

ZEIT FÜR EINEN GUTEN SCHLUCK

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Dein Geschmack. Dein Wein.

Grenze die Auswahl ein. Die Rebsorte bleibt fest vorgegeben.