
REBEN VOLLER CHARAKTER
Bacchus. Ein Name mit Lust auf Duft.
Ein blumiger Muskatton, helle Frucht und gelegentlich ein überraschender würziger Akzent: Bacchus macht schon beim ersten Riechen neugierig.
Ein Weingott und viel Geduld.
Peter Morio kreuzte Bacchus 1933 am Geilweilerhof aus einer Verbindung von Silvaner und Riesling mit Müller-Thurgau. Erst 1972 folgte der Eintrag in die Sortenliste. Zwischen der ersten jungen Rebe und dem Wein im Handel lag also fast ein Menschenalter. Seinen Namen bekam Bacchus vom römischen Gott des Weins.[2]
Duft darf hier mitspielen.
Viele Bacchusweine fallen leicht bis mittelkräftig aus. Vollreife Trauben können auch reichere, deutlich duftende Weine ergeben. Schwarze Johannisbeere und Orange gehören zu den möglichen Eindrücken, ebenso ein feiner Muskatton. Manchmal kommt sogar ein Anklang von Kümmel dazu. Eine kleine Eigenheit, nach der sich beim nächsten Glas ganz ohne angestrengte Suche Ausschau halten lässt.[1]
Früh dran, empfindlich in der Sonne.
Bacchus reift vergleichsweise früh und bringt häufig eine eher milde Säure mit. Seine dünne Beerenschale kann allerdings unter Sonnenbrand leiden. Winterfrost verträgt er besser. Frühe Reife bedeutet also nicht, dass die Rebe während des Sommers keine Aufmerksamkeit braucht.[2]
Frische Böden, aromatisches Essen.
Die Sorte bevorzugt frische, nährstoffhaltige Böden und kann hohe Erträge bei guten Mostgewichten liefern. Franken, Rheinhessen, Nahe und Pfalz gehören zu ihren deutschen Herkünften. Das Deutsche Weininstitut empfiehlt Bacchus besonders zur asiatischen Küche. Ein Gericht mit deutlicher eigener Würze ist deshalb ein schöner Anlass, seine blumige Frucht kennenzulernen.[1]
Vom Boom zur Wiederentdeckung.
In den 1970er- und 1980er-Jahren erlebte Bacchus einen Boom; seit den frühen 1990er-Jahren ging seine deutsche Rebfläche deutlich zurück. Das schmälert seinen Reiz als persönliche Entdeckung nicht. Wer gern an einem duftenden Weißwein riecht und eine weichere Säure sucht, findet hier einen guten Ansatzpunkt für die eigene Auswahl.[1]
Hinter jedem Wein liegt ein Ort.
Zum Nachlesen
Deutsches Weininstitut: Bacchus
Julius Kühn-Institut: Neue Rebsorten – Katalog, März 2021, Regent S.24 / Bacchus S.28
Recherchiert im Oktober 2026 · Wein, Sekt & Champagner
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