REBEN VOLLER CHARAKTER

Alicante Bouschet. Farbe bis ins Fruchtfleisch.

Dunkle Farbe, ein kräftiger Körper und eine Reise von Südfrankreich nach Portugal: Alicante Bouschet bringt mehr mit als einen spanisch klingenden Namen.

Eine Kreuzung mit einer besonderen Farbe

1855 kreuzten Louis und Henri Bouschet im südfranzösischen Mauguio Grenache mit Petit Bouschet. Heraus kam eine rote Traube, deren Farbe nicht nur in der Schale sitzt: Auch ihr Fruchtfleisch ist gefärbt. Solche Sorten heißen Färbertrauben. Das erklärt, warum schon ein kleiner Anteil in einer Cuvée das Glas sichtbar dunkler machen kann.[1]

Wie sie in den Alentejo kam

Das portugiesische Weingut Mouchão erzählt eine schöne, greifbare Geschichte: Ende des 19. Jahrhunderts nahm John Reynolds Kontakt zu Rebenzüchtern bei Montpellier auf. Besucher aus Frankreich brachten Stecklinge der neuen Traube mit. Auf einer Gutskarte von 1894 ist Alicante Bouschet im Weinberg Dourada bereits verzeichnet. Aus einem französischen Züchtungsprojekt wurde so ein Teil der portugiesischen Weinlandschaft.[2]

Mehr als dunkle Tinte

Mouchão beschreibt warme, trockene Bedingungen und tiefgründige, gut entwässernde Schwemmböden als passende Umgebung. Die Sorte kann körperreiche Weine liefern und ist als Farbgeber gefragt. Doch Farbe allein entscheidet nicht über Güte oder Geschmack. Standort, Ertrag und Ausbau bestimmen, ob die kräftige Anlage im fertigen Wein stimmig wirkt.[1][2]

Etwas Herzhaftes auf den Tisch

Wir würden zu einem roten Alicante Bouschet ein Schmorgericht oder Auberginen aus dem Ofen probieren. Gib dem Wein etwas Zeit im Glas und achte darauf, wie sich Gerbstoff und Frucht neben dem Essen verändern. Eine Cuvée zeigt dabei womöglich eine andere Seite als eine sortenreine Flasche.

ZEIT FÜR EINEN GUTEN SCHLUCK

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