
REBEN VOLLER CHARAKTER
Neuburger. Mit der Reife kommt die Nuss.
In der Jugend würzig und blumig, später häufig nussiger: Neuburger ist eine österreichische Spezialität mit Fülle und einer angenehm ruhigen Art.
Zwei alte Sorten trafen aufeinander.
Neuburger entstand als natürliche Kreuzung aus Rotem Veltliner und Silvaner. Als wahrscheinliche Herkunft nennt das österreichische Bundesamt die Wachau. Von dort gelangte die Rebe in weitere österreichische Anbaugebiete. Ein neuer Burgunder ist sie trotz des Namens also nicht: Ihr Stammbaum führt zu anderen mitteleuropäischen Reben.[1][2]
Würzige Jugend, nussige Reife.
Die Fachbeschreibung nennt meist kräftige, volle Weine, die jung würzig und blumig auftreten können. Mit der Entwicklung werden häufig nussige Töne deutlicher. Winzer Krems beschreibt insbesondere einen mandelartigen Charakter und eher wenig Säure. Solche Reife verändert den Wein, statt ihn nur älter zu machen. Das kann einen Vergleich verschiedener Jahrgänge besonders reizvoll machen.[1][2]
Gute Lagen und ein gesundes Maß.
Die Sorte reift im mittleren Zeitraum und benötigt gute, eher trockene Lagen. Auf sehr tiefgründigen Standorten kann sie zu stark wachsen; ihre kompakten Trauben machen Fäulnis zu einem Thema. Gute Eignung für Prädikatsweine ist deshalb kein Versprechen für jede Ernte. Entscheidend ist, wie gesund und reif die Trauben in den Keller kommen.[1]
Auch am Leithaberg zu Hause.
Neuburger hat neben seinen niederösterreichischen Herkünften einen Platz am Leithaberg gefunden. Die regionale Weinorganisation betont, dass er dort keineswegs neu ist, und schätzt seine eleganten, an Burgunder erinnernden Weine. Diese Ähnlichkeit beschreibt einen möglichen Stil und ändert nichts an seiner eigenen Sortenidentität. Ein guter Anlass, neben den vertrauten Burgundern noch eine andere weiße Rebe zu entdecken.[3]
Unsere Idee für den ersten Abend.
Zu einem volleren, nussigeren Neuburger würden wir gebratenen Fisch oder ein Gemüsegericht mit milder cremiger Sauce probieren. Die Anregung folgt seinem beschriebenen Charakter; sie ist keine feste Regel. Besonders interessant ist dabei, ob die Flasche noch ihre jüngere Frucht zeigt oder bereits die reifere mandelartige Seite.[2]
Hinter jedem Wein liegt ein Ort.
Zum Nachlesen
HBLA und Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg: Neuburger – Rebsortenkatalog
Winzer Krems: Neuburger – Herkunft, Charakter und Wein
Leithaberg DAC: 10 Dinge, die man über Leithaberg wissen muss – Neuburger
Recherchiert im Oktober 2026 · Wein, Sekt & Champagner
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