
REBEN VOLLER CHARAKTER
Riesling. Hellwach im Glas.
Ein Duft nach Apfel und Pfirsich, dann diese lebendige Säure. Riesling macht Lust auf den nächsten Schluck – ob geradlinig trocken, feinherb oder mit feiner Süße.
Eine große Geschichte, ganz nüchtern begonnen.
Manchmal beginnt eine lange Weingeschichte mit einer Rechnung. Am 13. März 1435 verzeichnete Klaus Kleinfisch den Kauf von Rieslingreben für Graf Johann IV. von Katzenelnbogen. Gepflanzt werden sollten sie bei dessen Burg in Rüsselsheim. Der Beleg gehört zu den historischen Schätzen dieser Rebsorte; das Datum wird heute als Riesling-Geburtstag gefeiert. Wann die Sorte tatsächlich entstand, sagt diese Rechnung natürlich nicht. Aber sie zeigt, wie lange Menschen am Rhein schon auf Riesling setzen.[2]
Frucht, die auf Frische trifft.
Das Schöne am Riesling ist die Spannung zwischen Frucht und Säure. Im Duft können Apfel und Pfirsich auftauchen, während der Wein am Gaumen lebendig bleibt. Mit der Reife entwickeln manche Flaschen den charakteristischen Petrolton. Das ist eine mögliche Entwicklung; sie gehört keineswegs zu jedem jungen Riesling.[1][3]
Trocken, restsüß oder edelsüß: Die Sorte kann sehr unterschiedlich ausfallen. Ihre Säure macht sie außerdem zu einer guten Grundlage für Winzersekt. Wer Riesling bisher vor allem als süßen Wein kennt, kann also einiges entdecken. Für die Auswahl lohnt sich der Blick auf die konkrete Geschmacksangabe und die Beschreibung der Flasche.[1]
Er lässt sich Zeit.
Riesling reift langsam. In kühleren Weinbaugebieten kann er die späte Herbstsonne nutzen; steinige Steilhänge entlang der Flüsse bieten ihm dafür gute Bedingungen. Die Steine speichern Wärme, die Lage entscheidet mit darüber, wie weit die Trauben ausreifen. In Deutschland prägt er unter anderem Mosel, Rheingau, Pfalz und Rheinhessen.[1]
Auch an der österreichischen Donau ist Riesling zu Hause. Wachau, Kremstal, Kamptal und Traisental gehören dort zu seinen wichtigen Herkünften. Eine schöne Einladung, den vertrauten Sortennamen einmal aus einer anderen Landschaft zu probieren.[4]
Wenn es in der Küche duftet.
Zu Fisch lässt sich Riesling in vielen Richtungen denken: eine leichtere, feinfruchtige Flasche zu mild gegartem Fisch, ein kräftigerer Wein zu deutlichen Röstaromen vom Grill. Für schärfere Gerichte kann ein Riesling mit etwas Süße eine reizvolle Wahl sein. Entscheidend sind auch Sauce und Zubereitung.[5][6]
Hinter jedem Wein liegt ein Ort.
Zum Nachlesen
Deutsches Weininstitut: Riesling
Deutsches Weininstitut / Wines of Germany: Riesling – Germany’s white star
Österreich Wein Marketing: Kleine Sortenkunde
Österreich Wein Marketing: Schulungsunterlage Österreich Wein, August 2021
Deutsches Weininstitut: Wein trifft Meer
Deutsches Weininstitut: Grillen und Wein
Recherchiert im Oktober 2026 · Wein, Sekt & Champagner
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