REBEN VOLLER CHARAKTER

Muscadelle. Eine kleine Traube mit eigenem Duft.

Blüten, ein Hauch Honig und ein runder Eindruck: Muscadelle kann einer weißen Cuvée besonderen Duft geben. Mit der Muskat-Familie sollte man sie trotzdem nicht verwechseln.

Ein eigener Name, eine eigene Rebe

Muscadelle stammt wahrscheinlich aus dem Südwesten Frankreichs. Genetische Untersuchungen deuten auf Gouais Blanc als einen Elternteil hin. Der ähnlich klingende Name macht sie nicht zu einer Muskat-Sorte. Gerade in weißen Bordeaux-Weinen begegnet sie als kleiner, bewusst eingesetzter Bestandteil einer Mischung.[2][1]

Duft als Beitrag zur Cuvée

Der Bordeaux-Verband nennt muskatartige, blumige und an Honig erinnernde Noten, etwa Akazie und Geißblatt. Muscadelle kann trockene Weißweine bereichern, hat aber auch in süßen Weinen wie Sauternes und Barsac ihren Platz. Häufig ergänzt sie Sémillon und Sauvignon Blanc. Ein kleiner Anteil kann im Gesamtbild eine erkennbare Rolle spielen.[1]

Im Weinberg braucht sie Aufmerksamkeit

Die Rebe ist wüchsig und anfällig für Graufäule. Gute Ausrichtung und eine geeignete Laubwand helfen, Risiken zu begrenzen. Reife Muscadelle liefert eher säurearme Weine; der Umgang mit Sauerstoff verlangt Sorgfalt. Ihre aromatische Seite entsteht also nicht ohne Arbeit. In einer ausgewogenen Mischung kann genau diese Ergänzung reizvoll sein.[2]

Ein bisschen Duft zum Essen

Unser Vorschlag: einen trockenen Wein mit Muscadelle zu Gemüse, hellem Fleisch oder einer milden Sauce öffnen. Eine süße Cuvée könnte zu gereiftem Käse passen. Du musst den kleinen Sortenanteil dabei nicht einzeln erkennen. Spannender ist, wie Duft, Süße und Frische im gesamten Glas zusammenwirken.

ZEIT FÜR EINEN GUTEN SCHLUCK

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