
REBEN VOLLER CHARAKTER
Spätburgunder. Ein Roter mit feinem Gespür.
Kirsche, ein Hauch Erdbeere, manchmal etwas Würze. Spätburgunder kann mit leisen Tönen viel erzählen. International heißt er Pinot Noir, in Italien auch Pinot Nero.
Sein Name beginnt mit einem kleinen Zapfen.
Schau dir eine Pinot-Traube an: Die Beeren sitzen dicht beieinander, die Form erinnert an einen Kiefernzapfen. Darauf geht der Name Pinot zurück. Eine frühe schriftliche Nennung als Pinot Noir beziehungsweise Plant Fin stammt aus dem Jahr 1375. Seine enge Heimat ist das Burgund, wo aus der Sorte einige der berühmten Rotweine der Region entstehen.[3]
Die Geschichte ist aber nicht im Burgund stehen geblieben. In Deutschland kennst du dieselbe Rebsorte als Spätburgunder, in Südtirol als Blauburgunder. Wer auf den Etiketten zwischen diesen Namen wechselt, entdeckt also verschiedene Herkünfte und Handschriften derselben Sorte. Frühburgunder bleibt dagegen ein eigenes Porträt: Er ist früher reif und wird nicht einfach mit einsortiert.[1][4]
Viel Frucht. Und Raum für feine Unterschiede.
Im Duft können Kirsche, Erdbeere oder dunklere Beeren auftauchen. Kommt der Wein ins kleine Eichenfass, können sich würzige Anklänge wie Vanille oder Zimt dazugesellen. Manche Spätburgunder wirken mild und geschmeidig, andere bringen mehr Körper und Gerbstoff mit. Die Rebsorte legt sich also nicht auf einen einzigen Stil fest.[1]
Auch mit der Zeit verändert sich das Bild: Bei gereiften Pinot-Noir-Weinen können neben der Frucht erdige Anklänge auftreten, die an Waldpilze oder Trüffel erinnern. Das ist eine mögliche Entwicklung, kein Versprechen für jede Flasche.[3]
Warum er den Ort so deutlich zeigt.
Pinot Noir ist im Weinberg anspruchsvoll. Seine dünnschaligen Beeren verlangen Aufmerksamkeit; gemäßigte, eher kühle Bedingungen liegen ihm. Im Burgund findet er auf kalkgeprägten Böden passende Standorte. Schon kleine Unterschiede zwischen den Lagen können dort sehr verschiedene Weine hervorbringen.[3]
In Deutschland reicht die Reise von Baden und der Pfalz bis zur Ahr. Südtirol ergänzt eigene Facetten: Das Konsortium nennt etwa Mazon, Glen und Pinzon sowie den Vinschgau als bekannte Herkünfte. Eine schöne Einladung, den vertrauten Sortennamen einmal aus einer anderen Landschaft zu probieren.[1][4]
Selbst im weißen Champagner steckt er.
Blaue Beeren müssen keinen roten Wein ergeben. Der Saft von Pinot Noir ist zunächst hell; die rote Farbe kommt aus den Schalen. Deshalb kann die Sorte auch an weißen Champagnern beteiligt sein. Ein Blanc de Noirs entsteht aus dunklen Trauben, in der Champagne aus Pinot Noir und/oder Meunier. Pinot Noir bringt dort Körper und Struktur ins Glas.[5][6][7]
Ein guter Platz am Tisch.
Eine kräftigere Flasche kann zu Braten, Wild oder einer Käseplatte passen. Etwa 16 bis 18 Grad sind für rote Spätburgunder ein guter Ausgangspunkt.[1]
Lass dem Wein etwas Zeit im Glas – und entscheide selbst, welche seiner Seiten dir am besten gefällt.
Hinter jedem Wein liegt ein Ort.
Zum Nachlesen
Deutsches Weininstitut: Spätburgunder
Konsortium Südtirol Wein: Nationaler Blauburgunder-Wettbewerb in Italien: TOP5 des Jahrgangs 2023
Konsortium Südtirol Wein: Blauburgunder
Comité Champagne: Comprendre une étiquette
Comité Champagne: Grape varieties
Recherchiert im Oktober 2026 · Wein, Sekt & Champagner
ZEIT FÜR EINEN GUTEN SCHLUCK
Dein Abend mit Spätburgunder.
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Preisstand: 19.10.2026








